Neubau

PET-Recyclingwerk

& Verwaltung

Deutschland, Übach-Palenberg, Realisierung 2017-2018

Konzeption

Übach-Palenberg auf einem ca. 90.000 m² großen Grundstück ein ca. 17.000 m² großes Kunststoff- Recyclingwerk, einschließlich Sozial-, Büro- und Technikflächen. Diese erste Baustufe einer nach Werksraster/ stützenfreiem Hallenmodul Stahlbau 21,60 x 21,60 m ausgelegten modularen Gesamtbebauung dient der  werkstofflichen Wiederaufbereitung von leeren Einweg-Getränkeflaschen zu neuen.  Die  ökologische Zielstellung ist die  technologische Weiterentwicklung des PET-Wertstoffkreislauf mit dem langfristigen Ziel bei der Herstellung neuer Flaschen vollständig auf den Einsatz neuer Rohstoffe verzichten zu können. Der im neuen Werk bereits realisierte Materialfluss bezieht sich auf die Bereitstellung des zu recycelnden gepressten Materials in einer Retourenhalle, der anschließenden Sortierung nach Wertstoffen und Farben, das Schneiden und Waschen des Rohmaterials (mit Zwischenprodukt „Flakes“), die daran anschließenden Extrusions- und Spritzgussprozesse, sowie der Zwischenlagerung der Endprodukte („Preforms“).

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Konstruktion

Hallen zur Lagerung von Kunststoffen unterliegen besonderen verschärften Brandschutzanforderungen, die „Kunststofflagerrichtlinie“ begrenzt Raumabschnitte auf maximal 400 m². Eine bautechnische Umsetzung dieser Anforderung bedeutet üblicherweise die Ausbildung kleiner zulässiger Brandabschnitte bzw. Brandabschnittstrennungen aus feuerbeständigen massiven Wandkonstruktionen, sowie entsprechenden in die Wandschotten integrierten Feuerschutzabschlüssen mit besonderen Tor- bzw. Türkonstruktionen und brandschutztechnischen Mediendurchführungen. Für den täglichen Betrieb mit Ein- und Auslagerung durch Gabelstapler, und insbesondere für die zukünftige Wandlungsfähigkeit der Gesamtfläche bei Nutzungsänderungen, bedeutet eine solche Bauweise eine erhebliche langfristige Einschränkung. Mittels eines im Planungsteam entwickelten Brandschutzkonzeptes entstand eine innovative bauliche Lösung, die dem Auftraggeber gegenwärtig wie zukünftig ein Höchstmaß an Flexibilität der Nutzung ermöglicht. Die mit einer über 43,20 m stützenfreien unterspannten Minimalkonstruktion überspannte Kalthalle wurde hierzu in Übereinstimmung mit der Kunststofflagerrichtlinie mittels „virtueller“ Teilflächen von 400 m² Größe ohne störende Wandelemente ausgebildet.  Dazwischen wurden brandlastfreie „Gitterfugen““ als bewitterte Flächen in Dach (verzinkte Gitterroste) und Wand (276 m² Gitterroste), mit einem Lochanteil von mehr als 50% ausgeführt. Mit dieser auch ästhetisch ansprechenden Konzeption konnte in Abstimmung mit den örtlichen Genehmigungsbehörden die ansonsten übliche bauliche Brandabschnittsbildung in Massivbauweise vermieden werden.

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Daten

Blickpunkte der achsial geführten Zufahrt und bauliche „Kopfbereiche“ des im Endausbau bis zu ca. 30.000 m² großen Werkes sind dem Werk vorgelagerte Edelstahlsilos für Flakes und die Werkspforte, als die horizontale Hallenstruktur rhythmisierende Vertikale sowie räumliche und lichttechnische Verdichtung. Ein Flugdach bietet Wetterschutz für die Anmeldung/ Abmeldung zum Werk und akzentuiert das relativ kleine Volumen der Pforte. Die rückwärtige gläserne ca. 9 x 3 m abmessende Innenwand mit integrierter Glastür zu Nebenräumen der Pforte wurde mit dem Zwischenprodukt „grüne Flakes“ gefüllt und dimmbar mit LED hinterleuchtet. Auf die Glaswand eintretendes Sonnenlicht, sowie die  Hinterleuchtung zu Dämmerungs- und Nachtzeiten, vermitteln Besuchern und Werkern innenräumlich wie auch fernwirksam die besondere Mission des Werkes.

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Fotograf: Roman Mensing